Pressemitteilung vom 04.10.2018

Festakt zum 3. Oktober: Professor Hütter rät zum Faktencheck


Bürgermeister Marc Venten mit dem Referenten Professor Hütter

Bilder, die wir wiederholend betrachten und gezeigt bekommen, brennen sich ein. Sie beeinflussen unsere Geschichts-Wahrnehmung. Ein Mythos kann entstehen. „Prüfen Sie  die Fakten hinter einem Bild“, forderte Professor Dr. Hans Walter Hütter sein Publikum auf. „Fragen Sie danach, von wem eine Information kommt“, so die Empfehlung des Festredners, der zum Tag der Deutschen Einheit vor einem großen und interessierten Publikum im voll besetzen Ratssaal sprach, darunter der Stellvertretende Landrat Dr. Hans Ulrich Klose und zahlreiche weitere Mandatsträger und Vereinsrepräsentanten.

Nach einem Abgleich von Daten und Zahlen fallen Geschichtsbetrachtungen möglicherweise ganz anders aus als zuvor abgespeichert. Als Beispiele führte Hütter in seinem kurzweiligen und hoch interessanten Vortrag u.a. das zum Mythos verklärte Bild der „Trümmerfrauen“ an. „Ohne die enormen Leistungen der Frauen nach dem Weltkrieg in irgendeiner Form schmälern zu wollen, ist es Fakt, dass sie nur einen ganz geringen Teil der Trümmer und des Schutts fortgeräumt haben. Der größte Teil wurde mit dem Einsatz von schweren Maschinen fortgeschafft.“ Auch die 1968-Generation habe keine politische oder sonstige Befreiung eingeleitet, sondern sei vielmehr Ausdruck und Resultat vorangegangener Entwicklungen gewesen. Ähnlich verhalte es sich mit dem „Wunder von Bern“, das legendäre Fußballspiel sei in der Erinnerung verklärt und durch den entsprechenden Kinofilm endgültig zum Mythos überhöht worden.

Ähnliche Beispiele führte Bürgermeister Marc Venten zuvor in seiner Begrüßung an. Er deckte Mythen der Geschichte auf und erinnerte an die immer gleichen Bilder des Mauerfalls, die man 1989 in den Fernsehnachrichten sehen konnte.  Bilder, die laut Hütter nicht transportieren konnten, wie offen und unsicher die Lage seinerzeit war – bis Monate später die Deutsche Einheit am 3. Oktober 1990 gefeiert werden konnte. Großen Applaus gab es für die Redner und die Musik, die den Festakt stilvoll einrahmte. Franca Stappen begeisterte mit ihrem Gitarrenspiel, Franz Dorn und seine Lehrerin Christine Stemmler überzeugten als Klarinettenduo. Der Festakt endete mit dem Singen der Hymne und vielen anregenden Gesprächen bei einem anschließenden Umtrunk.

Begrüßung des Bürgermeister zum Nachlesen



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