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Augenklinik in Afrika vor der Fertigstellung

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Augenhilfe vor Abreise nach Afrika

Noch vor Weihnachten soll die neue Augenklinik in Ambam eröffnet werden. Möglich wurde dies unter anderem durch Spenden aus Korschenbroich.

Vor einigen Wochen hat sich der Vorsitzende des am 16. September 2013 gegründeten gemeinnützigen Vereins "Augenhilfe Afrika e.V.“ vor dem Korschenbroicher Rathaus verabschiedet, um in Afrika tatkräftig helfen zu können. Nun schickt er seine Erfolgsmeldung in die Heimat.

Zur Geschichte des Vereins: Das in der Satzung festgelegte Ziel besteht darin, die beiden kamerunischen Augenärzte Dr. Raoul Cheuteu und Dr. Giles Kagmeni bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit in augenärztlich unterversorgten ländlichen Gebieten in Kamerun und den benachbarten Ländern zu unterstützen. Ein Großteil der Gründungsmitglieder gehört der seit Jahrhunderten in Korschenbroich fest verankerten St.-Sebastianus-Bruderschaft an. Das gilt auch für Dr. Cheuteu, der seit 2008 regelmäßig in grüner Schützenuniform mit den „Pappköpp“ aus Raderbroich bei Unges Pengste mitmarschiert.

 Die erste von der Augenhilfe finanzierte Operationskampagne fand im Frühjahr 2014 in Mora im äußersten Norden von Kamerun statt. An dieser Kampagne nahmen auch der Vereinsvorsitzende Dr. Franz Thoren sowie Vorstandsmitglied Gundhild Tillmanns auf eigene Kosten teil. Jeder an die Augenhilfe gespendete Euro wird ohne Abzüge für die Arbeit mit Blinden und Sehbehinderten in Afrika eingesetzt. Alle Verwaltungskosten sind zu 100% über die Mitgliedsbeiträge der Augenhilfe-Mitglieder abgedeckt.

Jährlich werden seitdem vier Operationskampagnen angeboten, zu denen das Augenhilfe-Team je nach Situation mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug anreist. Dabei muss immer eine komplette mobile Augenklinik mitgeführt werden, mit Untersuchungsgeräten, Operationsmikroskop, OP-Tisch, OP-Besteck, Verbandsmaterial, Medikamenten, usw. Der logistische Aufwand ist groß und teuer.  Mehrfach nahmen Vorstandsmitglieder der Augenhilfe über die Jahre an den Aktionszeiträumen teil.  So zum Beispiel 2019 in Ngaoundal neben dem Vorsitzenden auch Heinz-Josef Rebig oder Anfang 2020 in Akom 2 Max Heinrichs sowie seine Frau Ulla.

Als Augenoptikermeister konnte Max Heinrichs tatkräftig dabei helfen, im südkamerunischen Ambam im Gebäude der dortigen kleinen Augenklinik eine Augenoptikerwerkstatt aufzubauen. Diese ging 2015 in Betrieb und wurde bei allen OP-Kampagnen der Folgezeit mitgeführt, so dass auch im mobilen Einsatz maßgeschneiderte Brillen angefertigt und an sehbehinderte Patienten abgegeben werden können.

Auch von anderer Seite wird die Arbeit der Augenhilfe vor Ort in Kamerun immer wieder tatkräftig unterstützt. Den Anfang machte Clara Schmitz aus Korschenbroich, die schon 2014 Dr. Cheuteu und seinem Team im Rahmen eines mehrwöchigen Praktikums zur Hand ging. Aber auch bereits voll im Beruf stehende deutsche Experten reisten mehrfach auf eigene Kosten für längere Zeit nach Kamerun, um bei Aufbau und Betrieb der Augenoptikerwerkstatt in Ambam zu helfen, darunter Natascha Happerschoß, Augenoptikermeisterin aus Mönchengladbach.

Insgesamt konnten bereits weit mehr als 1.000 Patienten operiert werden, die allermeisten litten zuvor an Grauem Star. Auch die Zahl der maßgeschneiderten Brillen liegt inzwischen bei mehreren hundert Exemplaren. Anfang des Jahres 2020 konnte der Verein sein bisher mit Abstand größtes Projekt angehen, den Bau einer neuen Augenklinik in Ambam. Möglich geworden ist dieses Projekt durch eine großzügige Spende der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Wie der Vorsitzende Dr. Franz Thoren weiter berichtet, kann die Eröffnung voraussichtlich noch vor Weihnachten 2020 stattfinden. Alle Beteiligten freuen sich schon sehr auf den bevorstehenden Umzug aus der maroden angemieteten Klinik in die neuen Räume.

„Wie leicht zu erkennen ist“, so Dr. Thoren, „hat die Augenhilfe Afrika in den letzten Jahren bereits einiges erreicht. Doch es gibt weiterhin noch sehr viel zu tun. Wobei die gesamte Arbeit vor Ort in Kamerun auf den Schultern von Dr. Cheuteu und seinem Team lastet, vor allem auf denen von Dr. Raoul Cheuteu selbst. Sein persönlicher Beitrag kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Augenhilfe Afrika hier in Deutschland hat dagegen ausschließlich die Aufgabe, diese bedeutsame Arbeit durch Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel zu ermöglichen.“

Thoren hat selbst viele Male erlebt, wie ein zuvor blinder Patient nach der Operation die Verbände abgenommen bekommt und erstmals nach manchmal vielen Jahren Blindheit sehen kann. Er berichtet von ergreifenden und unvergesslichen Szenen, z.B. wenn eine vorher blinde Mutter zum ersten Mal ihre Kinder sieht. „Ohne die tatkräftige Unterstützung unserer vielen treuen Spender wären diese bewegenden Ereignisse nicht möglich“, so der Vereinsvorsitzende. Er fordert dazu auf:  „Bleiben Sie der Augenhilfe Afrika gewogen! Unterstützen Sie uns weiterhin!“ Weitere Infos unter www.augenhilfe-afrika.de