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Heimatpreis wurde in Liedberg vergeben

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Die Gruppe der Siegerinnen und Sieger steht mit dem Bürgermeister vor einem grünen Tor im Innenhof vom Sandbauernhof.

Das stadtweite Büchereisystem, der Kleinenbroicher Kirchenbauverein und das Glehner Buretheater sind die Preisträger des erstmals vergebenen Heimatpreises der Stadt Korschenbroich. Sie können sich über die mit 3000, 1500 und 500 Euro dotierte Auszeichnung freuen.

Vor rund 160 Gästen konnte Bürgermeister Marc Venten die Preise am Freitagabend im Sandbauernhof übergeben. Der Heimatpreis ist für Gruppen und Vereine bestimmt, die sich in herausragender Weise für die Pflege und Erlebbarkeit der Heimat engagieren. „Dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger sich aktiv um Heimat-Erleben kümmern, war uns im Rathaus bewusst. Trotzdem hat uns die Flut an Briefen mit Vorschlägen und Bewerbungen überrascht. Alle hätten einen Preis verdient und unser Ältestenrat hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht“, berichtete der Bürgermeister.

Der Heimatpreis ist mit 5000 Euro dotiert und kann in mehrere Positionen aufgeteilt werden. Über den dritten Platz und damit über 500 Euro freuen sich die Mitglieder des Glehner Buretheaters, die spontan sagten: „Da bilden wir uns ganz viel drauf ein.“ Die Laienspielgruppe gehört seit 1988 zum Kulturgut der Stadt. Lustspiele und Schwänke werden in Glehner Mundart aufgeführt, die Geschichten sind lokal angesiedelt. Die Kartennachfrage kann kaum gedeckt werden. Das generationenübergreifende Ensemble erfreut die Menschen mit seinem Spiel und bietet tolle Unterhaltung zu bezahlbaren Preisen. Ganz nebenbei pflegt es damit die Mundart, schafft eine Klammer vom Gestern zum Heute, fördert Zusammenhalt und Lebensfreude und darf sich nicht zuletzt die Wiederherstellung und den Erhalt des traditionsreichen Frangensaales auf sein Erfolgskonto schreiben.

Der mit einem Preisgeld von 1500 Euro verbundene zweite Preis geht nach Kleinenbroich an den Kirchenbauverein St. Dionysius. Seit 2004 kümmert er sich um die Belange vor Ort. 34 Mitglieder haben ihn seinerzeit gegründet, um bei der Sanierung des instabilen Kirchturms zu helfen. Auch ein neuer Glockenstuhl konnte rasch angeschafft werden. Doch es gab immer wieder neue Herausforderungen, von der Dach- bis zur Fenstersanierung der neugotischen Kirche. Als nächstes soll die Innensanierung gestemmt werden. Um hier

immer wieder finanzielle Hilfe leisten zu können, lässt sich der Kirchenbauverein eine Menge einfallen. Die mittlerweile rund 200 Mitglieder veranstalten Kirchturmfeste, Trödelmärkte, Benefiz-Konzerte und vieles mehr – und packen auch in Eigenleistung mit an. Sie binden die jüngere Generation mit ein und sorgen so dafür, ihren Verein in eine gute Zukunft zu führen. Thomas Goldmann nahm sichtlich gerührt den Preis entgegen.

Über den ersten Platz und 3000 Euro freut sich das Büchereisystem Korschenbroich. Rita Höges und einige Teammitglieder von der Bücherei bedankten sich freudestrahlend und jubelnd. Im Büchereisystem sind die sechs öffentlichen Büchereien im Stadtgebiet zusammengeschlossen. Jede für sich ist selbstständig mit einem eigenen Team und Medienbestand. Doch über den klug geschaffenen Verbund steht das attraktive und aktuelle Medienangebot allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. 110 Erwachsene arbeiten mit, darunter auch 20 lesebegeisterte Jugendliche. Über 1400 aktive Leserinnen und Leser bringen es auf 73.000 Ausleihen im Jahr. Die Büchereien arbeiten mit den örtlichen Kindergärten, Schulen und Vereinen zusammen, bieten Aktionen wie Literaturveranstaltungen oder Lesekreise an und bereichern so das kulturelle Angebot auf besondere Weise.

Nach dem Preis ist vor dem Preis: Auch 2020 wird die Stadt Korschenbroich wieder einen Heimatpreis vergeben und dann kommen vielleicht schon diejenigen zum Zuge, die diesmal leer ausgegangen sind.

Finanziert wird der jährliche Heimatpreis aus einem Förderprogramm des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW.

Der Ausklang bei Getränken und Würstchen mit vielen Gesprächen und Musik war gesellig und unterhaltsam.

Geladene Gäste im Innenhof des Sandbauernhofes im Gespräch aus der Vogelperspektive