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Zeelink: Arbeiten dauern bis Jahresende

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Kartenausschnitt der Zeelink-Trasse

Acht von insgesamt 216 Kilometern führt die neue Zeelink-Trasse durch das Korschenbroicher Stadtgebiet. Derzeit sind die Arbeiten zwischen der K4 und der L 230 nördlich von Glehn zu beobachten. Vom beglischen Zeebrügge aus soll diese Pipeline die Gasversorgung der Zukunft sichern. 

An der Kreisstraße 4 bei Glehn ist in Höhe des Brückenbauwerks in Richtung Kleinenbroich in den vergangenen Wochen eine breite Schneise entstanden. Sie setzt sich über die Kläranlage an der B230 fort. Hierbei handelt es sich um die Zeelink-Trasse. Diese Fernleitung soll künftig Erdgas vom belgischen Zeebrügge ins deutsche Netz leiten. 

Die Pipeline hat eine Gesamtlänge von etwa 215 Kilometern. Das Korschenbroicher Stadtgebiet ist auf einer Trassenlänge von ca. acht Kilometern betroffen. Im ersten Arbeitsschritt wird dabei der Mutterboden auf einer Breite von rund 30 Metern abgehoben und seitlich an der Trasse in Mieten gelagert. Je nach Mutterbodenstärke müssen hier durchschnittlich 15 Kubikmeter Mutterboden pro laufenden Meter Trasse bewegt werden. Hochgerechnet auf die acht Kilometer Trassenlänge muss man also von 120.000 Kubikmetern Mutterboden ausgehen, der zunächst abgehoben und zum Abschluss der Arbeiten wieder angedeckt wird. Fügt man den Erdaushub für den Rohrgraben- und Baugrubenaushub hinzu, so ergibt sich eine gesamte Bodenbewegung von ca. 180.000 Kubikmetern auf dem Gebiet der Stadt Korschenbroich.

Zum Einsatz kommen Baumaschinen zur Erdbewegung, insbesondere Bagger mit speziellen Schaufeln zum Abtragen der einzelnen Bodenschichten. Darüber hinaus gibt es spezielle Geräte zur Rohrverlegung, sogenannte Seitenbäume. Hiermit werden in der Regel mehrere verschweißte Rohre in den Rohrgraben eingehoben. Großbohranlagen sorgen für eine grabenlose Unterquerung der vorhandenen Infrastrukturen (Bahnlinien, Autobahnen und Bundesstraßen etc.). Sezielle Rohrtransporter bringen die die Rohre von den Lagerplätzen auf die Baustelle. Insgesamt sind 50 Großgeräte und etwa 200 Personen auf dem „Baulos 3" der Zeelink zwischen St. Hubert und Hochneuenkirch eingesetzt.

Die geplanten Kosten des gesamten Projektes belaufen sich auf rund 660 Millionen Euro. Im März 2021 soll die gesamte ZEELINK-Pipeline in Betrieb genommen werden. Sie ermöglicht die zukzessive Umstellung von „L-Gas" auf „H-Gas". (Je nach Förderquelle unterscheidet sich die chemische Zusammensetzung von Gas. Das L-Gas aus den deutschen und niederländischen Quellen hat einen niedrigeren Brennwert als das H-Gas aus der Nordsee und den GUS-Staaten. Das L-Gas wird in den kommenden Jahren immer begrenzter zur Verfügung stehen und in Deutschland bis zum Jahr 2030 um etwa 90 Prozent zurückgehen. Importe aus etwa Norwegen, Großbirtannien oder Russland werden dann den Bedarf decken.)

Die Hauptarbeiten im „Baulos 3" – dazu gehört auch Korschenbroich - werden bis Ende 2019 fertiggestellt. Rekultivierungsmaßnahmen schließen sich voraussichtlich im Frühjahr 2020 an. Natürlich läuft die Trasse nicht durch „Niemandsland". Vielmehr sind nach Angaben der ausführenden Baufirma vom Landwirt über den Bewirtschafter bis hin zum Garten einer Privatperson alle Eigentumsverhältnisse dabei. Allen Beteiligten wurden zeitig informiert. „Selbstverständlich werden die betroffenen Grundstückseigentümer im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben entschädigt. Mit inbegriffen ist auch der Ernteausfall für Landwirte. Im Bereich der Landwirtschaft treffen wir im Vorfeld Vereinbarungen mit den örtlichen Landwirtschaftskammern", so ein Sprecher der ausführenden Firma „Open-Grid-Europe". Das Land werde anschließend wieder voll landwirtschaftlich nutzbar sein, dürfe aber in einem Schutzstreifen jeweils fünf Meter links und rechts des Leitungsverlaufs nicht bebaut werden. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Korschenbroich verlaufe reibungslos.

Die Zeeelinktrasse mit ihren insgesamt 215 Kilometern zwischen Aachen und Legden im Münsterland ist in fünf regionale „Baulose" unterteilt, die in unterschiedlichen Zeiträumen parallel bearbeitet werden. Wenn die Arbeiten in Korschenbroich abgeschlossen sind, geht es im „Baulos 5" von Legden in Richtung Süden weiter. Zeitgleich zu diesen Arbeiten wird in den Baulosen 1, 2 und 4 gearbeitet.