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Ziel: Ein Stadtgebiet ohne Hindernisse

Rollstuhlfahrerin

Menschen mit Behinderungen sollen im Alltag und in der Freizeit uneingeschränkt mobil sein können. Die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs ist deshalb ein wichtiges gesellschaftspolitisches Ziel. In diesem Zusammenhang schafft das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen auch Regelungen zur Herstellung von Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr. Das Personenbeförderungsgesetz gibt konkret vor, dass in den Nahverkehrsplänen die Belange der in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen zu berücksichtigen sind, bis hin zu einer zukünftig vollständigen Barrierefreiheit.

In einer gemeinsamen Arbeit zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Korschenbroich wurden in den Jahren 2014/2015 die beiden Korschenbroicher S-Bahn-Stationen behindertengerecht und barrierefrei umgebaut. Die seinerzeit nur über Treppen zugänglichen Mittelbahnsteige wurden abgerissen und durch Außenbahnsteige ersetzt. Neben Treppen erschließen jetzt auch Rampen die Zugänge zu den Außenbahnsteigen. Alle Rampen wurden ohne Quergefälle gebaut; die max. Steigung beträgt 6%; notwendige Handläufe sind installiert. Die Höhe der Bahnsteige wurde angepasst, um einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Für sehbehinderte und blinde Menschen wurden die entsprechenden taktilen Elemente in den Pflasterungen berücksichtigt.

Auch die Bushaltestellen im Stadtgebiet werden entsprechend umgebaut, um in Kombination mit dem Einsatz von Niederflurbussen einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen.  Über 40 Bushaltestellen entsprechen bereits dem behindertengerechten Standard. Der Standardbordstein mit einer Höhe von 12 cm hat an diesen Haltestellen ausgedient. Je nach den vorgegebenen örtlichen Bedingungen werden Bordsteine mit einer Höhe bis zu 24 cm verbaut. Auf der Fläche der Haltestelle werden taktile Leitelemente in Längs- und Querrichtung sowie mit Noppensteinen für sehbehinderte und blinde Fahrgäste verlegt. Querneigungen von 2 % und Längsneigungen von 6 % werden nicht überschritten. Die lichten Durchgangsbreiten betragen mindestens 90 cm.

Der Fußgängerverkehr im Stadtgebiet profitiert bereits von über 150 Gehwegabsenkungen, die behindertengerecht angelegt wurden. Bei Neubau- oder Sanierungsmaßnahmen werden heute Bordsteinabsenkungen und taktile Elemente standardmäßig berücksichtigt.

Schwerbehinderte Menschen, die einen entsprechenden EU-Parkausweis besitzen, haben die Möglichkeit, über das Stadtgebiet verteilte Behindertenparkplätze zu nutzen. Die nach den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung in der Regel an öffentlichen Einrichtungen oder Einkaufszentren gelegenen Sonderparkplätze weisen eine Mindestbreite von 3,50m auf, so dass das Ein- und Aussteigen auch mit Rollstuhl oder Rollator maßgeblich erleichtert wird.

Weiterführende Links: www.bahn.de, www.vrr.de, www.reisen-fuer-alle.de, www.oepnv-info.de, www.einfach-teilhaben.de, www.natko.de, www.niederrhein-tourismus.de/unbeschwert-reisen

Die Deutsche Bahn AG bietet auch Hilfe für die Reise für mobilitätseingeschränkte Personen unter der bundeseinheitlichen Rufnummer der Mobilitäts-Service-Zentrale 030-65212888 an. Für hör- und sprachbehinderte Menschen ist die Zentrale per Fax 030-65212899 oder per E-Mail msz(at)deutschebahn.com erreichbar. Auch die App “Bahnhof live“ der Deutschen Bahn AG bietet als Mobilitätsportal Hilfestellung für Menschen mit Handicap.

Kostenloser Mobilitätsservice

Der Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde von 1860 Moon‘scher Blindenhilfsverein e.V. mit Sitz in Berlin (E-Mail: info(at)blindenfreunde.de, Internet: blindenfreunde.de/fahr-begleitservice/reservierung/) bietet einen kostenlosen Mobilitätsservice für blinde und hochgradig sehgeschädigte Menschen auch im Raum Mönchengladbach/Viersen/Krefeld/Neuss an. Beantwortung von Fragen und Reservierungen für den Raum MG/VIE/KR/NE werden unter der Telefonnummer 0160-92308792 (montags bis freitags, 9.00 bis 16.00 Uhr) angeboten. Das “Blindenmobil“ kann angefordert werden für Termine bei Ämtern, Vorstellungsgespräche bei potenziellen Arbeitgebern, Erstberatung bei Selbsthilfeeinrichtungen, Termine bei Rechtsanwälten und Notaren oder für Termine für fachärztliche Untersuchungen.