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Kurzarbeitergeld

Bundesregierung und Gesetzgeber haben Sonderregelungen und Erleichterungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld erlassen. Hierdurch wird der Zugang zum Kurzarbeitergeld, wenn Unternehmen unter massiven Lieferengpässen leiden oder behördlich geschlossen werden müssen, erleichtert. Diese Erleichterungen werden rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft treten und rückwirkend ausgezahlt. Das bedeutet, dass Unternehmen jetzt schon die verbesserte Kurzarbeit beantragen können.

Die wichtigsten Neuerungen im Einzelnen: 

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mindestens 10 Prozent haben. 
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet. 
  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld 
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden (wenn dies tarifvertraglich geregelt ist) kann verzichtet werden.

Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld behalten ihre Gültigkeit.

Verbesserte Bedingungen beim Kurzarbeitergeld in Kraft getreten (Erhöhung bis zum 31.12.2020)

Das Kurzarbeitergeld erhöht sich ab dem vierten Bezugsmonat auf 70 Prozent (Beschäftigte mit mindestens einem Kind: 77 Prozent).
Ab dem 7. Bezugsmonat erhöht es sich nochmals auf 80 Prozent (Beschäftigte mit mindestens einem Kind: 87 Prozent).

Die Bezugsmonate müssen dabei nicht zusammenhängen. Das bedeutet: Unterbrechungen der Kurzarbeit (auch über 3 Monate) lösen keinen Neubeginn der individuellen Bezugsdauer aus. Als Bezugsmonat zählt auch ein Bezug von Saison-Kurzarbeitergeld. Sofern in einem Monat lediglich Krankengeld in Höhe von Kurzarbeitergeld gezahlt wird, wird dieser Monat dagegen nicht berücksichtigt.

Voraussetzung für diese Erhöhung des Kurzarbeitergeldes:
Im jeweiligen Kalendermonat lag ein Arbeitsausfall mit Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent vor.

Sofern in einem Monat Krankengeld in Höhe von Kurzarbeitergeld und Kurzarbeitergeld bezogen wird, wird lediglich das Kurzarbeitergeld beim Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent berücksichtigt

Hinweis: Der Referenzmonat für die Berechnung der individuellen Dauer des Bezugs von Kurzarbeitergeld ist der März 2020. Das heißt: Das erhöhte Kurzarbeitergeld kann erstmalig im Juni 2020 (frühester vierter Bezugsmonat) in Anspruch genommen werden.

Darüber hinaus sollen für Arbeitnehmer/innen in Kurzarbeit ab dem 1. Mai bis zum 31. Dezember 2020 die bereits bestehenden Hinzuverdienstmöglichkeiten mit einer Hinzuverdienstgrenze bis zur vollen Höhe des bisherigen Monatseinkommens für alle Berufe geöffnet werden.

Anzeige/Antragstellung:

Wichtig ist, dass Unternehmen und Betriebe Kurzarbeit vor der Antragstellung bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen!

Sowohl die Anzeige als auch der Antrag sind notwendig. Beim Kurzarbeitergeld gibt es zwei Stufen.
Bei der Anzeige von Kurzarbeit prüft die Arbeitsagentur, ob grundsätzlich die Fördervoraussetzungen vorliegen. Liegen diese vor, kann Kurzarbeit realisiert werden. Die Anzeige von Kurzarbeit löst aber noch keine Zahlung aus.
Kurzarbeit wird immer rückwirkend, also nach Abschluss eines Monats abgerechnet, in dem kurzgearbeitet wurde. Der Betrieb tritt also in Vorleistung. Er überweist zunächst das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten selbst und stellt dann den Antrag mit der detaillierten Abrechnung. Der Kurzantrag ist dabei gemeinsam mit den Abrechnungslisten monatlich nach Ablauf des jeweiligen Abrechnungsmonats einzureichen.
Für das Einreichen dieser Unterlagen hat der Betrieb drei Monate Zeit.
Erst nach Einreichen und Prüfung dieser monatlichen Abrechnungen darf die Arbeitsagentur das Kurzarbeitergeld für den abgeschlossenen und abgerechneten Monat überweisen.

Ein Erklärvideo Kurzarbeitergeld finden Sie hier.

Informationen und Unterlagen zur Beantragung von Kurzarbeitergeld finden Sie auch hier.
Die häufigsten Fragen/Antworten zum Thema Kurzarbeit finden Sie hier.

Kurzarbeitergeld kann auch online beantragt und abgerechnet werden.
Einen Überblick über die eServices der Bundesagentur für Arbeit finden Sie hier.

oder per Post:
Wenn Sie die Anzeige oder den Antrag per Post verschicken möchten, schicken Sie ihn bitte an die Postanschrift:
Agentur für Arbeit Mönchengladbach
41054 Mönchengladbach

Hatten Sie schon Kontakt zum Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit?
Dieser steht Ihnen als Ansprechpartner für Ihre Fragen zur Verfügung:
Lassen Sie sich über die Tel.  0800 4 555520 bitte mit dem regional zuständigen Ansprechpartner verbinden
oder wenden Sie sich per E-Mail an: moenchengladbach.arbeitgeber@arbeitsagentur.de und bitten Sie um einen Rückruf.
Von dort erhalten Sie auch Ihre Zugangsdaten, falls Sie Kurzarbeit online anzeigen bzw. beantragen möchten.

Wie wirkt sich ein Hinzuverdienst / eine Nebenbeschäftigung auf die Höhe des Kurzarbeitergeldes aus?
Wenn die Nebentätigkeit schon vor Beginn der Kurzarbeit durchgeführt wurde, ergeben sich keine Auswirkungen, erfolgt also keine Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld.
Nehmen Beschäftigte während des Bezugs von Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit auf, wird das daraus erzielte Entgelt auf das Kurzarbeitergeld angerechnet, denn es liegt eine Erhöhung des tatsächlichen erzielten Entgelts vor.
Neu: Bei Aufnahme einer Nebenbeschäftigung in einem systemrelevanten Bereich (z.B. Landwirtschaft, Handel, Sicherheit, Transport oder im Gesundheitswesen) bleibt das Nebeneinkommen in der Zeit vom 01.04.2020 bis 31.10.2020 anrechnungsfrei, soweit das Entgelt aus dem Nebeneinkommen mit dem verbliebenen Ist-Entgelt das Soll-Entgelt nicht übersteigt.
Lesen Sie dazu im Merkblatt auf Seite 20 unter Punkt 3.2.

Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit steht Ihnen auch für all Ihre weiteren Fragen rund um das Thema Personal zur Verfügung. Lassen Sie sich über die Tel.  0800 4 555520 mit Ihrem regionalen Ansprechpartner verbinden.

Weitere Informationen der Agentur für Arbeit finden Sie hier sowie über das Bundesarbeitsministerium.

Arbeitslosengeld

Verlängerung der Anspruchsdauer beim Arbeitslosengeld
Das Arbeitslosengeld wird für diejenigen einmalig um drei Monate verlängert, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 enden würde.
Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Grundsicherung für Selbständige (vereinfachter Zugang)

Durch die Maßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie geraten viele Menschen aktuell in eine existenzielle Notlage. Dies kann alle Erwerbstätigen (z.B. aktuell durch Kurzarbeit) betreffen, aber auch Kleinunternehmer und sogenannte Solo-Selbständige.
Daher wurde der Zugang zur Grundsicherung, die den Lebensunterhalt sichert, wenn keine vorrangigen Hilfen greifen, vereinfacht. Hierdurch sollen auch bei Verdienstausfällen Lebensunterhalt und Wohnraum gesichert werden.
Diese Leistungen sollen schnell und unbürokratisch für die Dauer von 6 Monaten – unter folgenden Sonderregelungen -zugänglich gemacht werden.

Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen zur Grundsicherung stellt, für den gilt u.a. folgendes:

  • eine befristete Aussetzung der Berücksichtigung von Vermögen, soweit nicht eine besondere Höchstgrenze überschritten wird
  • Aufwendungen für Unterkunft und Heizung werden in tatsächlicher Höhe anerkannt (für den Zeitraum ab Antragstellung). Damit ist der Verbleib in der Wohnung erst einmal gesichert.

Weitere Informationen zur Grundsicherung erteilt die Agentur für Arbeit. Hier finden Sie auch - online verfügbar - den Antrag auf Grundsicherung.

Weitere Erreichbarkeiten der Agentur für Arbeit aufgrund fehlender persönlicher Vorsprachemöglichkeiten

  1. Arbeitssuchend- oder Arbeitslosmeldung
    Online-Meldung: Anträge auf Arbeitslosengeld I finden Sie hier
    Allgemeine Informationen zum Arbeitslosengeld finden Sie hier 
    Telefonische Meldung: Tel. 0800 45555 00 (8-18 Uhr)
     
  2. Fragen zur Vermittlung oder zu einer Qualifizierung 
    Wohnort Mönchengladbach: Tel. 02161 40 49 900 
    Wohnort Rhein-Kreis-Neuss: Tel. 02131 954 2000 
     
  3. Ausbildungsplatzsuche
    Senden Sie eine E-Mail mit Ihren telefonischen Kontaktdaten und die Agentur für Arbeit meldet sich per Telefon zu einer persönlichen Beratung zurück. 

    Wohnort Mönchengladbach: moenchengladbach.berufsberatung@arbeitsagentur.de
    Wohnort Rhein-Kreis-Neuss: neuss.berufsberatung@arbeitsagentur.de 
     
  4. Meldung einer Ausbildungsstelle
    Per E-Mail an: moenchengladbach.arbeitgeber-ausbildung@arbeitsagentur.de
     
  5. Einreichung einer Arbeitsstelle
    Per E-Mail an: moenchengladbach.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung finden Sie im Bürgerserviceportal.