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Ziel dieser Zuschuss-Programme ist die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen, Selbständigen sowie gemeinnützigen Organisationen, die durch Corona-bedingte vollständige oder teilweise Schließungen oder Auflagen erhebliche Umsatzausfälle erleiden.

Anders als bei der vorangegangenen Soforthilfe sind nun auch Antragstellungen von Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten möglich!

Grundsätzlich können die Überbrückungshilfe Unternehmen, Solo-Selbständige und Freiberufler aller Wirtschaftsbereiche unabhängig von der Beschäftigtenzahl beantragen.
Auch Unternehmen, die bereits die NRW-Soforthilfe erhalten haben, können - soweit die Antragsvoraussetzungen erfüllt sind - die Überbrückungshilfe beantragen.

Aktuell:
Zunächst war das Programm nur für die Monate Juni-August und eine Antragstellung nur bis zum 30. September vorgesehen.
Das Überbrückungshilfen-Programm für kleine und mittelständische Unternehmen, Solo-Selbständige und Freiberufler  - aller Wirtschaftsbereiche unabhängig von der Beschäftigentenzahl  - wurde zwischenzeitlich bis zum 31. Dezember 2020 verlängert und nunmehr in 2 Phasen aufgeteilt.

Phase 1:
Fördermonate Juni – August 2020
Antragsstellung: bis spätestens 9. Oktober 2020.
Wichtig: Es ist nicht möglich, nach dem 9. Oktober 2020 rückwirkend einen Antrag für die 1. Phase zu stellen!

Phase 2:
Fördermonate September bis Dezember 2020
Antragstellung: voraussichtlich ab Mitte Oktober möglich. Hierüber werden wir an dieser Stelle informieren.

Voraussetzungen zur Beantragung der Überbrückungshilfe

Antragsberechtigte Gruppen:

  • Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche einschließlich gemeinnützigen Unternehmen bzw. Sozialunternehmen, Organisationen und Vereine, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind.
    Hierzu zählen z. B. Jugendherbergen, Schullandheime, Familienferienstätten, Träger des internationalen Jugendaustauschs oder der politischen Bildung, Einrichtungen der Behindertenhilfe oder freie Träger der Auslandsadoptionsvermittlung
  • Soloselbstständige oder selbstständige Angehörigen der freien Berufe im Haupterwerb

Sie erfüllen außerdem folgende Grundvoraussetzung:

  • Ihr Umsatz ist in den Monaten April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten eingebrochen.
    • Bitte beachten Sie: Der Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent muss nicht für jeden einzelnen Monat existieren. Es reicht aus, wenn ein durchschnittlicher Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent für die beiden Monate April und Mai 2020 zusammen besteht.
    • Für junge Unternehmen und Organisationen gilt außerdem: Wenn Sie nach April 2019 gegründet wurden, werden statt April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich herangezogen.
    • Gemeinnützige Unternehmen müssen beachten: Anstatt der Umsätze werden bei gemeinnützigen Unternehmen die Einnahmen betrachtet. Einnahmen umfassen die am Markt erzielten Umsätze, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen der öffentlichen Hand.

Achtung Ausschlusskriterien!Sie können keinen Antrag auf Überbrückungshilfe stellen, wenn eine der folgenden Aussagen auf Sie zutrifft:

  • Sie sind nicht bei einem deutschen Finanzamt angemeldet.
  • Sie haben keine inländische Betriebsstätte oder Sitz.
  • Sie qualifizieren sich für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (Informationen hierzu unter:
    Das heißt, Ihr Unternehmen hat in den letzten beiden bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 1. Januar 2020 mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt:
    • mehr als 43 Mio. Euro Bilanzsumme
    • mehr als 50 Mio. Euro Umsatzerlöse
  • Sie haben einen Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro oder Ihr Unternehmen ist Teil einer Unternehmensgruppe, die einen Konzernabschluss aufstellt oder nach anderen Regelungen als den Steuergesetzen aufzustellen hat und deren im Konzernabschluss ausgewiesener, konsolidierter Jahresumsatz im Vorjahr der Antragstellung mindestens 750 Millionen Euro betrug.
  • Sie haben sich laut EU-Definition zum 31. Dezember 2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden und Ihre wirtschaftliche Situation hat sich vor der Corona-Pandemie nicht verbessert.
  • Sie haben sich erst nach dem 31. Oktober 2019 gegründet.
  • Sie sind ein öffentliches Unternehmen.
    • Achtung Ausnahme: Bildungseinrichtungen der Selbstverwaltung der Wirtschaft in der Rechtsform von Körperschaften des öffentlichen Rechts (Bildungseinrichtungen der Kammern, Kreishandwerkerschaften oder Innungen) gelten nicht als öffentliche Unternehmen und sind somit antragsberechtigt.
  • Sie sind ein gemeinnütziges Unternehmen, das zugleich ein öffentliches Unternehmen ist.
  • Sie üben Ihre Freiberuflichkeit bzw. Soloselbstständigkeit nur im Nebenerwerb und nicht im Haupterwerb aus.

Förderhöhe

Die Förderhöhe bemisst sich nach den erwarteten Umsatzeinbrüchen der Fördermonate Juni, Juli, August 2020 im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten.

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von

  • 80 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • 50 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 40 Prozent und < 50 Prozent

im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. Juni 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen.
Die Berechnung wird dabei jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 40 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe für den jeweiligen Fördermonat.

Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 3.000 Euro pro Monat (für max. 3 Monate),

bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten 5.000 Euro pro Monat (für max. 3 Monate)

Die maximalen Erstattungsbeträge für kleine Unternehmen (bis 10 Beschäftigte) können in begründeten Ausnahmefällen bei Unternehmen mit sehr hohen Fixkosten (wie z.B. Busunternehmen, Schausteller) überschritten werden.

Die maximale Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat (für max. 3 Monate)

Hinweis:
Förderfähig sind in diesem Programm u.a. nunmehr auch Personalkosten, die nicht vom Kurzarbeitergeld erfasst sind. Diese werden pauschal mit 10 Prozent der Fixkosten berücksichtigt.
Kosten für Auszubildende sind ebenfalls förderfähig.

Unternehmerlohn ist hingegen nicht förderfähig im Rahmen der Überbrückungshilfe des Bundes.
Ergänzend hierzu gibt es aber vom Land NRW das Zusatzprogramm für den Unternehmerlohn "NRW Überbrückungshilfe Plus", aus dem Solo-Selbständige, Freiberufler und im Unternehmen tätige Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften (mit max. 50 Beschäftigten) eine einmalige monatliche Zahlung in Höhe von 1.000 Euro für maximal drei Monate erhalten.
Die Antragstellung für dieses Zusatzprogramm ist in die Antragstellung zur Überbrückungshilfe des Bundes voll integriert:

Registrierung und Antragstellung

Erfüllen Sie die Antragsvoraussetzungen?
Dann nehmen Sie bitte Kontakt zu einem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer auf, denn Anträge können nur über diesen erfolgen!
Besprechen Sie mit diesem auch das weitere Vorgehen zur Antragstellung von "Überbrückungshilfe" und ggfs. "NRW-Überbrückungshilfe Plus".
Zunächst registriert sich Ihr Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer auf der bundesweiten Online-Plattform.
Alles ist digital: die Antragstellung und das Einreichen der Unterlagen. Außerdem kann sich Ihr Dienstleister hier jederzeit über den Bearbeitungsstand Ihres Antrages informieren. Sobald der Bescheid vorliegt, wird er benachrichtigt.
Als Vertreterin oder Vertreter der oben genannten Berufsgruppen betreut dieser für Sie den gesamten Prozess – von der Antragstellung über die Bescheidung bis zur Schlussabrechnung.

Bei der Antragstellung sind Angaben zum Antragsteller zu machen sowie der Umsatzeinbruch und die Höhe der erstattungsfähigen Fixkosten zu bestimmen:

  • Umsatzeinbruch: Abschätzung des von den Unternehmen erzielten Umsatzes im April und Mai 2020 und Vergleich mit den Vergleichsmonaten. Zudem Prognose des Umsatzeinbruches für den beantragten Förderzeitraum.
  • Betriebliche Fixkosten: Abschätzung der voraussichtlichen Fixkosten, deren Erstattung beantragt wird.

Die Antragsbearbeitung erfolgt in den Bewilligungsstellen der Länder.

Sie möchten Überbrückungshilfe beantragen?
Dann nehmen Sie bitte unbedingt Kontakt zu Ihrem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer auf!

Weitere Informationen

Hotline Überbrückungshilfe
Bei Fragen zur Überbrückungshilfe und zur NRW Überbrückungshilfe Plus steht Ihnen bei Fragen eine zur Verfügung unter Tel. 0211 7956 4996.