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Ein Blick in das Stadtarchiv

Wie weit reicht mein Stammbaum? Wie haben meine Vorfahren hier gelebt? Welche Historie verbirgt sich hinter dem Herrenhaus am Ortsrand? Und was befand früher an der Stelle, an der ich heute wohne? Geschichte ist spannend! Das Stadtarchiv hilft bei ihrer Erforschung.

Bild des Monats: Liebe und Landbäckerei

Bäckereiverkäuferinnen festlich herausgeputzt am Kuchentisch

Dieses hübsche Foto ist im Oktober 1981 in der Landbäckerei Huppertz in Neersbroich entstanden. Damals feierte die Bäckerei 130-jähriges Jubläum. Mit anderen Worten: Sie besteht seit nunmehr 170 Jahren. Wer die freundlichen Damen in den gestärkten Schürzen sind, ist dem Stadtarchiv leider nicht bekannt. Mehr über die Geschichte der Bäckerei erfährt man freilich auf deren Homepage. Demnach sind die Huppertz` ursprünglich eine alte Bauernfamilie aus Korschenbroich. Im 18. Jahrhundert führte Engelbert Huppertz einen Hof an der Engbrück. Sein Sohn Johann sollte ebenfalls Landwirt werden, verliebte sich aber in Maria Adelheid Jülichmanns. Und deren Onkel Peter Schmitz, seit 1851 Bäcker in Neersbroich, vollte der Nichte nur dann das Geschäft weitervererben, wenn sie einen Bäcker ehelichte... So durchkreuzte Johann seines Vaters Pläne und ging bei Joeris in Rheydt in die Lehre, wo man damals das beste Schwarzbrot der Gegend bekam. Die Hochzeit konnte stattfinden und schon bald wurde die Bäckerei Huppertz vergrößert - und foran von einer Generation an die nächste vererbt.  

 

Das Gedächtnis der Stadt und seine Aufgaben

Mann mit Handschuh blättert in Archivunterlagen

Das Stadtarchiv steht allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Es stellt historisches Material bereit und berät in Fragen der Familienforschung und zu Themen aus der Politik-, Verwaltungs-, Sozial- und Alltagsgeschichte. Die Benutzung des Stadtarchivs und die Beantwortung von Anfragen sind in der Regel unentgeltlich. Fotokopien sowie schwierigere Nachforschungen, die einen großen Zeitaufwand erfordern, werden nach der für die Stadt Korschenbroich geltenden Gebührenordnung verrechnet.

Auch Forschungsarbeit findet statt: Die Ergebnisse werden in Publikationen und Ausstellungen präsentiert. Die Kooperation mit Schulen sowie Archivführungen und Vorträge zur Geschichte sind ebenso ein Teil der Bildungsarbeit.

Als zentrale Dokumentationsstelle zur Stadtgeschichte enthält das Archiv historisch wertvolle Sammlungen von Vereinsschriften, Zeitungen, Fotografien, Plakaten, Tonmaterial, privaten Nachlässen. Dankbar werden Schenkungen aus der Bevölkerung entgegengenommen, die zur Erweiterung der Sammlung beitragen. Als „Gedächtnis der Verwaltung“ ist die Hauptaufgabe des Archivs die Übernahme, Verwahrung, Erhaltung und Erschließung anfallender Akten.

Digitalisierung: Einige Daten sind gerade in der Erfassung

Die Digitalisierung erleichtert kurz- und mittelfristig die Arbeit des Archivs und seiner Nutzerinnen und Nutzer. Damit Verbunden ist allerdings die Einschränkung, dass Dokumente während ihrer Erfassung zeitweise nicht zur Verfügung stehen. Derzeit betrifft dies Ordner voller Personenstandsurkunden. Konkret handelt es sich um die Sterberegister Korschenbroich 1951-1984, Kleinenbroich 1953-1974 und Glehn 1947-1974. Zu Urkunden aus diesen Orten und Zeiträumen können bis auf weiteres keine Auskünfte erteilt werden. Der Publikumsverkehr ist aufgrund der aktuellen Situation ohnehin nicht möglich, allerdings können weiterhin schriftlich Anfragen an das Stadtarchiv gestellt werden. Dies funktioniert auf dem Postweg ans Stadtarchiv, Sebastianusstraße 1 in 41352 Korschenbroich oder per Mail an: stadtarchiv@korschenbroich.de.

Das Stadtwappen - historisch erklärt

Das Wappen ist gespalten und zeigt vorne in Silber (Weiß) ein schwarzes durchgehendes Kreuz, hinten ist es fünfmal geteilt von Gold (Gelb) nach Schwarz.

Stadtwappen

Herleitung: Fünf Gemeinden bilden das heutige Stadtgebiet. Teils gehörten sie früher zu Kurköln (Kreuz), teils zum Geschlecht Myllendonk-Mirlaer (Balken).

Kurkölns historischer Einfluss auf das heutige Stadtgebiet war groß. Liedberg gelangte 1279 in den Besitz Kurkölns, auch Kleinenbroich und Glehn gehörten dazu. Das Myllendonksche Geschlecht zählte zu den bedeutendsten am Niederrhein und geht auf das 10. bis 12. Jahrhundert zurück, Pesch wurde 1263 Myllendonker Lehen. Um 1350 folgten die "von Mirlaer". 1700 wurde diese Herrschaft reichsunmittelbar und umfasste im Wesentlichen die damalige Gemeinde Korschenbroich.

Das Wappen vereinigt die Symbole der einst rivalisierenden Herrschaftsbereiche. So lässt sich das Gemeindegebiet komplett darstellen.