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Ein Blick in das Stadtarchiv

Wie weit reicht mein Stammbaum? Wie haben meine Vorfahren hier gelebt? Welche Historie verbirgt sich hinter dem Herrenhaus am Ortsrand? Und was befand früher an der Stelle, an der ich heute wohne? Geschichte ist spannend! Das Stadtarchiv hilft bei ihrer Erforschung.

Bild des Monats: Wäsche waschen - damals!
Frauen bei der großen Wäsche anno dazumal...

Heutzutage ist die Waschmaschine gerne mal im Dauereinsatz. Klappe auf, Schmutzwäsche rein, und kurze Zeit später kann man sie sauber wieder herausnehmen. Früher war das Waschen noch eine harte körperliche und auch zeitintensive Arbeit, wie unser Bild des Monats aus den 1930er Jahren zeigt.

Zunächst wurde die Wäsche in einer Lauge über 24 Stunden eingeweicht, teilweise über einem eigens dafür entzündeten Feuer erhitzt. Am nächsten Tag konnte sie dann von Hand auf dem Waschbrett gerubbelt oder mit der Wurzelbürste bearbeitet werden. Das anschließende Auswringen war sehr kraftaufwendig, aber eben auch erforderlich, damit die Trockenzeit nicht zu lange währte. Trocker gab es nicht – diese Aufgabe erledigte einfach die frische Luft.

Robuste Kleidung wurde zu dieser Zeit bevorzugt, damit die Waschvorgänge die Wäsche nicht zu schnell zum Verschleißen brachten. Da es aber eine harte körperliche Arbeit war, wurde häufig nur ein- bis zweimal im Monat gewaschen.

Das Gedächtnis der Stadt und seine Aufgaben

Mann mit Handschuh blättert in Archivunterlagen

Das Stadtarchiv steht allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Es stellt historisches Material bereit und berät in Fragen der Familienforschung und zu Themen aus der Politik-, Verwaltungs-, Sozial- und Alltagsgeschichte. Die Benutzung des Stadtarchivs und die Beantwortung von Anfragen sind in der Regel unentgeltlich. Fotokopien sowie schwierigere Nachforschungen, die einen großen Zeitaufwand erfordern, werden nach der für die Stadt Korschenbroich geltenden Gebührenordnung verrechnet.

Auch Forschungsarbeit findet statt: Die Ergebnisse werden in Publikationen und Ausstellungen präsentiert. Die Kooperation mit Schulen sowie Archivführungen und Vorträge zur Geschichte sind ebenso ein Teil der Bildungsarbeit.

Als zentrale Dokumentationsstelle zur Stadtgeschichte enthält das Archiv historisch wertvolle Sammlungen von Vereinsschriften, Zeitungen, Fotografien, Plakaten, Tonmaterial, privaten Nachlässen. Dankbar werden Schenkungen aus der Bevölkerung entgegengenommen, die zur Erweiterung der Sammlung beitragen. Als „Gedächtnis der Verwaltung“ ist die Hauptaufgabe des Archivs die Übernahme, Verwahrung, Erhaltung und Erschließung anfallender Akten.

Digitalisierung: Einige Daten sind gerade in der Erfassung

Die Digitalisierung erleichtert kurz- und mittelfristig die Arbeit des Archivs und seiner Nutzerinnen und Nutzer. Damit Verbunden ist allerdings die Einschränkung, dass Dokumente während ihrer Erfassung zeitweise nicht zur Verfügung stehen. Derzeit betrifft dies Ordner voller Personenstandsurkunden. Konkret handelt es sich um die Sterberegister Korschenbroich 1951-1984, Kleinenbroich 1953-1974 und Glehn 1947-1974. Zu Urkunden aus diesen Orten und Zeiträumen können bis auf weiteres keine Auskünfte erteilt werden. Der Publikumsverkehr ist aufgrund der aktuellen Situation ohnehin nicht möglich, allerdings können weiterhin schriftlich Anfragen an das Stadtarchiv gestellt werden. Dies funktioniert auf dem Postweg ans Stadtarchiv, Sebastianusstraße 1 in 41352 Korschenbroich oder per Mail an: stadtarchiv@korschenbroich.de.

Das Stadtwappen - historisch erklärt

Das Wappen ist gespalten und zeigt vorne in Silber (Weiß) ein schwarzes durchgehendes Kreuz, hinten ist es fünfmal geteilt von Gold (Gelb) nach Schwarz.

Stadtwappen

Herleitung: Fünf Gemeinden bilden das heutige Stadtgebiet. Teils gehörten sie früher zu Kurköln (Kreuz), teils zum Geschlecht Myllendonk-Mirlaer (Balken).

Kurkölns historischer Einfluss auf das heutige Stadtgebiet war groß. Liedberg gelangte 1279 in den Besitz Kurkölns, auch Kleinenbroich und Glehn gehörten dazu. Das Myllendonksche Geschlecht zählte zu den bedeutendsten am Niederrhein und geht auf das 10. bis 12. Jahrhundert zurück, Pesch wurde 1263 Myllendonker Lehen. Um 1350 folgten die "von Mirlaer". 1700 wurde diese Herrschaft reichsunmittelbar und umfasste im Wesentlichen die damalige Gemeinde Korschenbroich.

Das Wappen vereinigt die Symbole der einst rivalisierenden Herrschaftsbereiche. So lässt sich das Gemeindegebiet komplett darstellen.