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Ein Blick in das Stadtarchiv

Wie weit reicht mein Stammbaum? Wie haben meine Vorfahren hier gelebt? Welche Historie verbirgt sich hinter dem Herrenhaus am Ortsrand? Und was befand früher an der Stelle, an der ich heute wohne? Geschichte ist spannend! Das Stadtarchiv hilft bei ihrer Erforschung.

Bild des Monats April: Der alte Korschenbroicher Bahnhof

Alte schwarz-weiss-Aufnahme vom Alten Bahnhofsgebäude Korschenbroich

Seit 1853 gibt es eine Bahnstrecke von Mönchengladbach nach Düsseldorf. Nachdem es zunächst nur eine Haltestelle in Kleinenbroich gab, wurde im Jahr 1870 auch ein Haltepunkt in Korschenbroich eingerichtet. Das auf dem Bild zu sehende Bahnhofsgebäude wurde 1880 gebaut. Im Laufe der Zeit bekam es zwei Anbauten. Heute kaum mehr vorstellbar: Für die erste bis dritte Klasse gab es unterschiedliche Warteräume. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde eine eigene Toilettenanlage angebaut.

Seit 1986 steht das Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz und dient schon lange nicht mehr seiner ursprünglichen Funktion. Gut 100 Jahre nach der Errichtung hat der Heimatverein Korschenbroich im Jahr 1988 dort seine Wirkungsstätte bezogen. Es gibt Veranstaltungs- und Museumsräume im Gebäude, das sich folgerichtig nun "Kulturbahnhof" nennen darf. Hier können auch standesamtliche Trauungen durchgeführt werden.
 

     

Festakt zum Tag der Deutschen Einheit

2020 veranstaltete die Stadt Korschenbroich zum 30. Mal den Festakt anlässlich des Tags der Deutschen Einheit. Den Mitschnitt der Veranstaltung finden Sie hier.

Gedanken zum Tag der Deutschen Einheit

Dr. Hans-Ulrich Klose ist vor dem Mauerbau aus dem Osten in den Westen geflohen und hat in Korschenbroich seine zweite Heimat gefunden. Seine 60jährige Politikerkarriere führte ihn in die Stadt-, Kreis- und Landespolitik. In diesem Zeitzeugenportrait wirft er einen persönlichen Blick auf die Wiedervereinigung. Der Film wurde auch beim Festakt gezeigt, den die Stadt Korschenbroich am 3. Oktober zum 30. Mal beging. 

Das Gedächtnis der Stadt und seine Aufgaben

Mann mit Handschuh blättert in Archivunterlagen

Das Stadtarchiv steht allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Es stellt historisches Material bereit und berät in Fragen der Familienforschung und zu Themen aus der Politik-, Verwaltungs-, Sozial- und Alltagsgeschichte. Die Benutzung des Stadtarchivs und die Beantwortung von Anfragen sind in der Regel unentgeltlich. Fotokopien sowie schwierigere Nachforschungen, die einen großen Zeitaufwand erfordern, werden nach der für die Stadt Korschenbroich geltenden Gebührenordnung verrechnet.

Auch Forschungsarbeit findet statt: Die Ergebnisse werden in Publikationen und Ausstellungen präsentiert. Die Kooperation mit Schulen sowie Archivführungen und Vorträge zur Geschichte sind ebenso ein Teil der Bildungsarbeit.

Als zentrale Dokumentationsstelle zur Stadtgeschichte enthält das Archiv historisch wertvolle Sammlungen von Vereinsschriften, Zeitungen, Fotografien, Plakaten, Tonmaterial, privaten Nachlässen. Dankbar werden Schenkungen aus der Bevölkerung entgegengenommen, die zur Erweiterung der Sammlung beitragen. Als „Gedächtnis der Verwaltung“ ist die Hauptaufgabe des Archivs die Übernahme, Verwahrung, Erhaltung und Erschließung anfallender Akten.

Digitalisierung: Einige Daten sind gerade in der Erfassung

Die Digitalisierung erleichtert kurz- und mittelfristig die Arbeit des Archivs und seiner Nutzerinnen und Nutzer. Damit Verbunden ist allerdings die Einschränkung, dass Dokumente während ihrer Erfassung zeitweise nicht zur Verfügung stehen. Derzeit betrifft dies Ordner voller Personenstandsurkunden. Konkret handelt es sich um die Sterberegister Korschenbroich 1951-1984, Kleinenbroich 1953-1974 und Glehn 1947-1974. Zu Urkunden aus diesen Orten und Zeiträumen können bis auf weiteres keine Auskünfte erteilt werden. Der Publikumsverkehr ist aufgrund der aktuellen Situation ohnehin nicht möglich, allerdings können weiterhin schriftlich Anfragen an das Stadtarchiv gestellt werden. Dies funktioniert auf dem Postweg ans Stadtarchiv, Sebastianusstraße 1 in 41352 Korschenbroich oder per Mail an: stadtarchiv@korschenbroich.de.

Das Stadtwappen - historisch erklärt

Das Wappen ist gespalten und zeigt vorne in Silber (Weiß) ein schwarzes durchgehendes Kreuz, hinten ist es fünfmal geteilt von Gold (Gelb) nach Schwarz.

Stadtwappen

Herleitung: Fünf Gemeinden bilden das heutige Stadtgebiet. Teils gehörten sie früher zu Kurköln (Kreuz), teils zum Geschlecht Myllendonk-Mirlaer (Balken).

Kurkölns historischer Einfluss auf das heutige Stadtgebiet war groß. Liedberg gelangte 1279 in den Besitz Kurkölns, auch Kleinenbroich und Glehn gehörten dazu. Das Myllendonksche Geschlecht zählte zu den bedeutendsten am Niederrhein und geht auf das 10. bis 12. Jahrhundert zurück, Pesch wurde 1263 Myllendonker Lehen. Um 1350 folgten die "von Mirlaer". 1700 wurde diese Herrschaft reichsunmittelbar und umfasste im Wesentlichen die damalige Gemeinde Korschenbroich.

Das Wappen vereinigt die Symbole der einst rivalisierenden Herrschaftsbereiche. So lässt sich das Gemeindegebiet komplett darstellen.