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Ein Blick in das Stadtarchiv

Wie weit reicht mein Stammbaum? Wie haben meine Vorfahren hier gelebt? Welche Historie verbirgt sich hinter dem Herrenhaus am Ortsrand? Und was befand früher an der Stelle, an der ich heute wohne? Geschichte ist spannend! Das Stadtarchiv hilft bei ihrer Erforschung.

Bild des Monats: Lebendige Krippe im Jahr 1936

Krippenszene auf der Bühne im Jahr 1936

Vermutlich Weihnachten 1936 wurde dieses Bild aufgenommen. Wenige Informationen liegen dem Korschenbroicher Stadtarchiv darüber vor. Immerhin wissen wir heute, dass der Kirchenchor Cäcilia Korschenbroich diese Szene so arrangiert hat. Der Chor führte im genannten Jahr das Weihnachtoratorium von Johann Sebastian Bach als Konzert mit „lebenden Bildern“ auf. Zum Glück hat jemand dieses ganz besondere Ereignis mit der Kamera festgehalten. Ordnen wir das Foto in die damalige Zeit ein: Kirchliche Feste standen in der NS-Zeit in einem kritischen Licht, wurden aber meist geduldet. Wie mögen sich die Darstellerinnen und Darsteller bei dieser Krippenszene gefühlt haben? Mit viel Aufwand haben sie sich verkleidet und die Standpositionen und Körperhaltungen offenbar genauso gut einstudiert wie den Gesang.

Mit dieser Aufnahme wünscht das Stadtarchiv eine gesunde Adventszeit und frohe Weihnachten.

 

Das Gedächtnis der Stadt und seine Aufgaben

Mann mit Handschuh blättert in Archivunterlagen

Das Stadtarchiv steht allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Es stellt historisches Material bereit und berät in Fragen der Familienforschung und zu Themen aus der Politik-, Verwaltungs-, Sozial- und Alltagsgeschichte. Die Benutzung des Stadtarchivs und die Beantwortung von Anfragen sind in der Regel unentgeltlich. Fotokopien sowie schwierigere Nachforschungen, die einen großen Zeitaufwand erfordern, werden nach der für die Stadt Korschenbroich geltenden Gebührenordnung verrechnet.

Auch Forschungsarbeit findet statt: Die Ergebnisse werden in Publikationen und Ausstellungen präsentiert. Die Kooperation mit Schulen sowie Archivführungen und Vorträge zur Geschichte sind ebenso ein Teil der Bildungsarbeit.

Als zentrale Dokumentationsstelle zur Stadtgeschichte enthält das Archiv historisch wertvolle Sammlungen von Vereinsschriften, Zeitungen, Fotografien, Plakaten, Tonmaterial, privaten Nachlässen. Dankbar werden Schenkungen aus der Bevölkerung entgegengenommen, die zur Erweiterung der Sammlung beitragen. Als „Gedächtnis der Verwaltung“ ist die Hauptaufgabe des Archivs die Übernahme, Verwahrung, Erhaltung und Erschließung anfallender Akten.

Digitalisierung: Einige Daten sind gerade in der Erfassung

Die Digitalisierung erleichtert kurz- und mittelfristig die Arbeit des Archivs und seiner Nutzerinnen und Nutzer. Damit Verbunden ist allerdings die Einschränkung, dass Dokumente während ihrer Erfassung zeitweise nicht zur Verfügung stehen. Derzeit betrifft dies Ordner voller Personenstandsurkunden. Konkret handelt es sich um die Sterberegister Korschenbroich 1951-1984, Kleinenbroich 1953-1974 und Glehn 1947-1974. Zu Urkunden aus diesen Orten und Zeiträumen können bis auf weiteres keine Auskünfte erteilt werden. Der Publikumsverkehr ist aufgrund der aktuellen Situation ohnehin nicht möglich, allerdings können weiterhin schriftlich Anfragen an das Stadtarchiv gestellt werden. Dies funktioniert auf dem Postweg ans Stadtarchiv, Sebastianusstraße 1 in 41352 Korschenbroich oder per Mail an: stadtarchiv@korschenbroich.de.

Das Stadtwappen - historisch erklärt

Das Wappen ist gespalten und zeigt vorne in Silber (Weiß) ein schwarzes durchgehendes Kreuz, hinten ist es fünfmal geteilt von Gold (Gelb) nach Schwarz.

Stadtwappen

Herleitung: Fünf Gemeinden bilden das heutige Stadtgebiet. Teils gehörten sie früher zu Kurköln (Kreuz), teils zum Geschlecht Myllendonk-Mirlaer (Balken).

Kurkölns historischer Einfluss auf das heutige Stadtgebiet war groß. Liedberg gelangte 1279 in den Besitz Kurkölns, auch Kleinenbroich und Glehn gehörten dazu. Das Myllendonksche Geschlecht zählte zu den bedeutendsten am Niederrhein und geht auf das 10. bis 12. Jahrhundert zurück, Pesch wurde 1263 Myllendonker Lehen. Um 1350 folgten die "von Mirlaer". 1700 wurde diese Herrschaft reichsunmittelbar und umfasste im Wesentlichen die damalige Gemeinde Korschenbroich.

Das Wappen vereinigt die Symbole der einst rivalisierenden Herrschaftsbereiche. So lässt sich das Gemeindegebiet komplett darstellen.