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Ein Blick in das Stadtarchiv

Wie weit reicht mein Stammbaum? Wie haben meine Vorfahren hier gelebt? Welche Historie verbirgt sich hinter dem Herrenhaus am Ortsrand? Und was war früher an der Stelle, an der ich heute wohne? Geschichte ist spannend! Das Stadtarchiv hilft, sie zu erforschen.

Archivbild des Monats: Die Synagoge an der Mühlenstraße

Archivbild vom Eingang der ehemaligen Synagoge an der Mühlenstraße

Unser Bild des Monats aus dem Stadtarchiv zeigt eine Alltagsszene von der Mühlenstraße. Hinter der Mauer und dem Tor ist die ehemalige Korschenbroicher Synagoge zu sehen. An ihren Standort erinnert heute eine Gedenktafel, die an der Hausfassade angebracht ist.

Im November findet das Gedenken an die Judenverfolgung und Reichspogromnacht im Stadtgebiet vielfältigen Ausdruck. Unter anderem sind Jugendliche der Geschichtswerkstatt im Stadtgebiet unterwegs und pflegen die Stolpersteine. Diese in die Bürgersteige eingelassenen bronzenen Kunstwerke erinnern die an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die einst hier bei uns gelebt haben und in der NS-Zeit ermordet wurden. Schauspieler Peter Rumpel liest am 9. November, dem Tag der Pogromnacht, in der Alten Schule aus dem Buch „An der Hölle vorbei“ von Erich Adler. Adler hatte jüdische Wurzeln und überlebte den Holocaust. In der Lesung erfährt man mehr über Adlers Schicksal und sein bewegtes Leben.   

     

Das Gedächtnis der Stadt und seine Aufgaben

Mann mit Handschuh blättert in Archivunterlagen

Das Stadtarchiv steht allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Es stellt historisches Material bereit und berät in Fragen der Familienforschung und zu Themen aus der Politik-, Verwaltungs-, Sozial- und Alltagsgeschichte. Die Benutzung des Stadtarchivs und die Beantwortung von Anfragen sind in der Regel unentgeltlich. Fotokopien sowie schwierigere Nachforschungen, die einen großen Zeitaufwand erfordern, werden nach der für die Stadt Korschenbroich geltenden Gebührenordnung verrechnet.

Auch Forschungsarbeit findet statt: Die Ergebnisse werden in Publikationen und Ausstellungen präsentiert. Die Kooperation mit Schulen sowie Archivführungen und Vorträge zur Geschichte sind ebenso ein Teil der Bildungsarbeit.

Als zentrale Dokumentationsstelle zur Stadtgeschichte enthält das Archiv historisch wertvolle Sammlungen von Vereinsschriften, Zeitungen, Fotografien, Plakaten, Tonmaterial, privaten Nachlässen. Dankbar werden Schenkungen aus der Bevölkerung entgegengenommen, die zur Erweiterung der Sammlung beitragen. Als „Gedächtnis der Verwaltung“ ist die Hauptaufgabe des Archivs die Übernahme, Verwahrung, Erhaltung und Erschließung anfallender Akten.

Das Stadtwappen - historisch erklärt

Das Wappen ist gespalten und zeigt vorne in Silber (Weiß) ein schwarzes durchgehendes Kreuz, hinten ist es fünfmal geteilt von Gold (Gelb) nach Schwarz.

Stadtwappen

Herleitung: Fünf Gemeinden bilden das heutige Stadtgebiet. Teils gehörten sie früher zu Kurköln (Kreuz), teils zum Geschlecht Myllendonk-Mirlaer (Balken).

Kurkölns historischer Einfluss auf das heutige Stadtgebiet war groß. Liedberg gelangte 1279 in den Besitz Kurkölns, auch Kleinenbroich und Glehn gehörten dazu. Das Myllendonksche Geschlecht zählte zu den bedeutendsten am Niederrhein und geht auf das 10. bis 12. Jahrhundert zurück, Pesch wurde 1263 Myllendonker Lehen. Um 1350 folgten die "von Mirlaer". 1700 wurde diese Herrschaft reichsunmittelbar und umfasste im Wesentlichen die damalige Gemeinde Korschenbroich.

Das Wappen vereinigt die Symbole der einst rivalisierenden Herrschaftsbereiche. So lässt sich das Gemeindegebiet komplett darstellen.