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Liedberg

Ein „Berg“ im flachen Rheinland, ein altes Schloss mit Zukunft, ein Marktplatz wie eine Filmkulisse: Liedberg im Verbund der 56 Historischen Stadt- und Ortskerne in NRW steckt voller Geschichte(n) und Überraschungen und gehört zu den schönsten Dörfern Deutschlands! Und auch Steinforth und Rubbelrath locken mit ihrem urig-dörflichen Charme. Bereit für eine Entdeckungstour?

Liedberg ist herausragend! Das liegt zunächst an seiner Topografie: Liedberg liegt auf einer 34 Meter hohen, 700 Meter langen und 400 Meter breiten Quarzitkuppe. Dieser Millionen Jahre alte Inselberg zog schon Jäger und Sammler der Altsteinzeit an. Quarzsand und Sandstein wurden später von den Römern genutzt und blieben über Jahrhunderte wichtig für die Wirtschaft. Der Abbau hat offene Gruben und zahlreiche unterirdische Stollen hinterlassen. Ein märchenhafter Wald („Haag“ genannt) und das Dorf bedecken die Kuppe heute.

Eine Gruppenführung vor dem Schloss.

Herausragend sind auch Liedbergs Gebäude: Schloss Liedberg wurde als kurkölnische Landesburg im 14. Jahrhundert auf dem östlichen Rand der Quarzitkuppe errichtet. Es folgten Anbauten im 17. und 18. Jahrhundert. Übrigens war 1701 Sonnenkönig Ludwig der XIV. hier zu Gast. Er traf den Kölner Kurfürsten Josef Clemens heimlich zu politischen Beratungen. Der heutige Eigentümer kaufte das Denkmal als Ruine und sanierte es bis 2018 komplett. Er arbeitet und wohnt im Schloss. Jedes Jahr zum Tag des offenen Denkmals öffnen sich die Türen für Besucher. Der sehr aktive Heimatverein hat seinen Sitz im Schloss. Er bietet geführte Touren durch Liedberg an und veranstaltet den beliebten Weihnachtsmarkt am ersten Adventwochenende.

Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert bilden ein geschlossenes und einzigartiges Ensemble rund um den Marktplatz. Eine tolle (Film- und Foto-)Kulisse, nicht nur für das jährlich stattfindende Seifenkistenrennen! Hier fügt sich der Sandbauernhof ein. Er bietet ganzjährig vielfältige Kulturveranstaltungen. Ein Schacht in dieser Begegnungsstätte erinnert an die Sandgewinnung um 1800. Nebenan befindet sich die Grundschule.

  • Ein Junge mit Helm fährt in einer roten Seifenkiste über Kopfsteinpflaster. Am Rand stehen Zuschauer.
  • Außenansicht: Der Liedberger Mühlenturm und die angrenzende Schlosskapelle.
  • Außenansicht: Sankt Georg Kirche in Liedberg.

Der Mühlenturm ist mit seinen sieben Stockwerken das überragende älteste Zeugnis aus dem Mittelalter. Vermutlich um 900 wurde er aus Liedberger Sandstein und Feldbrandziegeln als Teil einer frühen Burg errichtet. Erst Wehrturm, Wohnturm, dann Mühle, heute Aussichtsplattform: Bei gutem Wetter kann man über das ganze Stadtgebiet hinweg bis Düsseldorf und Köln sehen. Einfach 50 Cent investieren und hinaufklettern. Es lohnt sich… Wer anschließend Hunger hat, besucht einfach den Hofverkauf in der Nähe, der auch am Wochenende erntefrische Äpfel und andere Köstlichkeiten aus der Region anbietet. Die Schlosskapelle steht seit 1707 gleich gegenüber vom Mühlenturm. Der hübsche Backsteinbau ist dem Heiligen Georg geweiht. Dieser Schutzpatron wacht auch über die 1915 eingeweihte Pfarrkirche an der Landstraße 230. Sie wurde im neugotischen Stil errichtet.

Blick auf die Wasserburg Fürth. Umgeben von Grünflächen und einem Wassergraben.

Südlich am Kommer Bach gelegen befindet sich Haus Fürth. Von weitem erkennt man die prägnanten Treppengiebel der Fackwerk-Wasserburg. Sie ist die letzte ihrer Art im Rheinland. Ihr Grundriss ist kreuzförmig. Zwei Flügel der Anlage belegen noch die ursprüngliche, spätgotische Bauweise des 15. Jahrhunderts.

Lecker Essen und Trinken kann man jederzeit: gutbürgerliche und gehobene Gastronomie sind in Liedberg und im angrenzenden Steinhausen beheimatet. „An der Mühle“ fällt ein ehemaliges Fabrikgebäude aus dem Jahr 1848 auf. Es wurde zu Wohnzwecken umfassend saniert. Daran schließen sich attraktive Wohngebiete rund um die gewachsene Dorfstruktur an.

  • Getreidehalme und Büsche im Vordergrund. Im Hintergrund sind Neubau-Bauten unscharf zu sehen.
  • Großaufnahme: Eine braun-weiß gefleckte Kuh auf einer Wiese.
  • Ansicht Alte Schule Steinforth mit Spielplatz

Ländliche Idylle pur findet man südlich von Liedberg in Steinforth-Rubbelrath. Hier am Kommerbach sind Reisende seit hunderten von Jahren zwischen Handelsplätzen und nunmehr touristischen Zielen unterwegs. Die Kreisstraßen 11 und 29 kreuzen sich auf der Schnittstelle zwischen Steinforth und Rubbelrath. Eine ausgedehnte römische Besiedlung ist hier nachgewiesen, aber noch nicht erforscht. Das im Volksmund so genannte „Doppeldorf“ mit eigener Kirche und Alter Schule versprüht bäuerlichen Charme und pflegt seine eigenen Traditionen. Rund um den zentralen Kreisverkehr liegen hübsche historische und moderne Wohnhäuser sowie Höfe mit Kühen, Ziegen, Pferden und Hühnern.

Steinforth gehört zu den am frühesten genannten Orten der Gegend. Als „Steinuurthe“ wird er 1166 in der Urkunde der Liedberger Teilung genannt. Ursprung des Dorfes war der Steinforther Hof – ursprünglich Ritterlehen, doch schon 1575 in bäuerlichem Besitz. „Rubbelrath“ hat seinen Namen vermutlich einem mittelalterlichen Rodungsgebiet zu verdanken. Traditionell bestand die politische Anbindung nach Liedberg, die kirchliche jedoch nach Glehn.

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